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Unser nächstes Treffen!

Die nächste Freistunde findet am Dienstag, den 22.3., statt. Wie immer treffen wir uns um 19 Uhr im „Varadero“.

Das Thema wird der Philosoph Karl Popper und seine Philosophie sein. Das Eingangsreferat wird Cathleen Pohl halten. Frau Pohl hat über Poppers Totalitarismuskonzept promoviert und Popper auch persönlich kennengelernt.

Die Freistunde im März

März 25, 2011

Die Freistunde am 22.3. fand wie auch die vorherigen im Kellerraum (“Zigarrenklub”) des Restaurants Varadero statt.

Inhaltlich ging es um Karl Popper und seine Philosophie. Cathleen Pohl hatte zugesagt, den Einführungsvortrag zu halten. Dieser fing mit einer Überraschung an: Cathleen bat uns, aus unseren bequemen Sesseln aufzustehen und auf die andere Seite des Raumes zu gehen. Dort hatte Sie mit Springseilen ein “Haus” mit Keller, zwei Stockwerken und Hach gelegt. Anhand dieses Hauses und farbigen Kärtchen brachte sie uns dann Popper, seine Entwicklung und seine Gedanken näher.

Im Keller des angesprochenen “Hauses” ging es um seine Herkunft, Jugend und die Zeit als junger Erwachsener. Wie auch viele andere Personen, die sich später freiheitlichen Idealen zuwandten, war auch Popper in seiner Jugend von sozialistischen Idealen erfüllt. Auch aus diesem Grund absolvierte er eine Tischlerlehre.

Im unteren Stockwerk des Hauses ging es dann um die erkenntnistheoretischen Grundlagen seiner Philosophie, danach um seine politische Philosophie.

In der anschließenden Diskussion wurde Popper, insbesondere von Michael, als einer der größten Philosophen überhaupt gewürdigt.

Hierzu möchte ich noch einige Gedanken anführen: Mir persönlich ist auch nach dem Abend – und vielleicht nach dem Abend mehr als zuvor – unklar, wie diese Einschätzung, die man ja doch oftmals hört, begründet werden kann. In dem Vortrag und der Diskussion ist mir dies jedenfalls nicht klar geworden.

Cathleens Hauptinteresse gilt Poppers Buch “Das Elend des Historizismus”. Popper schreibt in einem späteren Vorwort, die Grundthese des Buches sei, dass “die Lehre von der geschichtlichen Notwendigkeit der reinste Aberglaube ist und bleibt”. Ich habe das Buch gelesen und möchte sagen, dass ich es etwas merkwürdig finde. Popper konstruiert hier eine Vorstellung, bei der stets im Dunkeln bleibt, ob sie so oder ähnlich überhaupt von Einzelpersonen vertreten wurde, und wenn ja, dann von welchen. Popper selbst führt als Vertreter des Historizismus insbesondere Plato, Comte, Mill, Sprenger und Marx auf. Allerdings zitiert er so gut wie nie, so dass unklar bleibt, inwieweit seine Beschreibungen zutreffend sind. Im Übrigen ist unklar, wie Popper auf die genannte Liste von Namen gekommen ist. Zum Beispiel fehlt, wenn man es schon für sinnvoll hält, die als Historizismus bezeichnete Haltung zu kritisieren, Spencer.

Es folgen zwei Beispiele, um aufzuzeigen, dass manache von Poppers Aussagen in merkwürdig offensichtlicher Weise nicht haltbar sind. Beide Beispiele gehen in die Richtung, dass Popper Personen, die von einem allgemeinen Entwicklungsgesetz überzeugt sind, bestimmte Wertorientierungen und politische und gesellschaftliche Vorstellungen unterstellt.

* In §23 kritisiert Popper eine Haltung, die er Holismus nennt. Er definiert eine gewisse Sichtweise auf “Ganzheit” und kritisiert diese erkenntnistheoretisch. Dabei bleibt übrigens unklar, wer diese Sichtweise überhaupt vertritt. Zwei Seiten weiter schreibt er dann aber: “Aber die Holisten wollen nicht nur die Gesellschaft als Ganzes nach einer unmöglichen Methode studieren, sie haben auch vor, unsere Gesellschaft “als Ganzes” unter Kontrolle zu bringen und neu aufzubauen”, und unterstellt ganz allgemein ein “totalitäres Weltbild”.

Aber in welchem Sinne sollte dieser Satz richtig sein? Soll das eine empirische Tatsache sein? Wenn ja, wäre ja wohl mehr als nur ein Verweis auf eine Person (Mannheim) angebracht. Jedenfalls ist es ja klar, dass rein logisch gesehen eine holistische erkenntnistheoretische Auffassung (wie auch immer man sie im Detail definiert) nicht mit der Forderung nach Umbau der Gesellschaft einhergehen muss. Popper belegt noch nicht einmal, dass dies – rein empirisch gesehen – in der Regel so ist.

* Popper führt in §17 aus, dass Historizisten bezüglich “Aktivismus” die folgende Position einnehmen: “Nur solche Handlungen sind vernünftig, die sich den herannahenden Veränderungen anpassen und ihnen den Weg ebnen. Soziale Hebammenkunst ist die einzige vollkommen vernünftige Tätigkeit, die uns möglich ist, die einzige Tätigkeit, die man auf wissenschaftlich Voraussicht stützen kann”. Popper beschreibt in diesem Abschnitt eine grundlegende Haltung, dass nur Handlungen, die mit allgemeinen Entwicklungsgesetzen konform seien (in die gleiche Richtung weisen), vernünftig seien.

Aber wie kommt er darauf? Wenn “Historizist” bedeutet, dass man ein allgemeines Entwicklungsgesetz für erwiesen hält, dann ist die Beschreibung jedenfalls logisch und empirisch nicht haltbar. Dies sei zunächst mit einer Analogie verdeutlicht. Es steht ja außer Frage, dass jeder Mensch altert und schließlich stirbt. Es ist wohl annehmen, dass dies auch auf einen selber zutrifft. (Man hätte dann ein allgemeines Entwicklungsgesetz der eigenen Person, dem man nichts Wesentliches entgegensetzen kann.) Aber ist es deshalb sinnvoll, Selbstmord zu begehen?

Oder, um im Historizismus zu bleiben: Viele Menschen gehen davon aus, dass die Menschheit aufgrund von Rohstoffmangel eine düstere Zukunft hat. Viele sind hier pessimistisch und glauben, dass das Problem aus prinzipiellen Gründen langfristig nicht gelöst werden kann. Aber fordern diese Menschen deshalb Ressourcenverschwendung?

Am bemerkenswertesten ist aber vielleicht, dass Popper ein paar Seiten, in §22, sich selbst widerspricht: Er bezeichnet Platon und Marx als zwei Vertreter des Historizismus, die “holistisch-utopische Sozialtechnik” für sinnvoll halten würden. Er schreibt: “Platon, ein Pessimist, glaubte, dass alle Veränderung – oder fast alle Veränderung – Verfall sei, dies war sein Gesetz der historischen Entwicklung. Dementsprechend zielt sein utopischer Gesamtplan darauf ab, jede Veränderung zu Stillstand zu bringen.”

Ja, was denn nun? Wenn die Ausführungen in §17 und 18 stimmen und Platon tatsächlich ein Historizist mit der beschriebenen pessimistischen Auffassung war, dann kann Platon nicht gleichzeitig seinen Idealstaat für vernünftig halten.

Damit will ich meine Ausführungen über Poppers Buch beenden.

Nach der Diskussion über Popper haben wir uns auch noch anderen Themen zugewandt, wie beispielsweise – erwartungsgemäß – der sowhl Frage nach Sicherheit von Kernkraftwerken in einer freiheitlichen Ordnung. Einigkeit bestand darin, dass Kapitalgesellschaften (ohne persönlich haftenden Eigentümer) als auch gesetzlicher Haftungsausschuss gegenüber Unbeteiligten nicht mit einer freiheitlichen Ordnung vereinbar sind und zu zu riskantem Verhalten führen können. Uneinigkeit bestand allerdings darin, wie man mit Personen umgehen sollte, die andere Personen einem Risiko aussetzen.

Letzte Freistunde

Februar 16, 2011

Gestern, am 15.2., haben wir uns wieder einmal zur Freistunde getroffen.

Das Thema war diesmal “Demokratie”, das Eingangsreferat hielt Michael Rösner. Zu unser aller Überraschung hatte Michael als Grundlage für das Referat das Buch “Über die Demokratie in Amerika” von Alexis de Toqueville ausgewählt. Er stellte anhand des Buches die Zweischneidigkeit der Demokratie dar, die sichnach Toqueville schon in den damals noch sehr jungen Vereingten Staaten von Amerika zeigte: Die Demokratie war damals noch sehr dezentral organisiert mit einem relativ schwachen Bundestaat und einer großen Bedeutung der Gemeinden. Gerade in den Gemeinden ging die Demokratie einher mit großem Bürgersinn und Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinde, in der man lebte. Neben diesen und weiteren positiven Erscheinungen der Demokratie wurde aber auch schon damals deutlich, dass die Demokratie die Gefahr der Diktatur der Mehrheit in sich birgt. Toqueville geht so weit, dass diese Diktatur sogar allumfassender sein könnte als die Diktatur jedes Königs. Denn ein König könne zwar die Menschen zwingen aber trotzdem nicht verhindern, dass sich sogar an seinem Hofe die aller subversivsten Gedanken ausbreiten. In der Demoktratie hingegen sei man, wenn einmal die Mehrheit feststünde und man aber eine Mindermeinung habe, wie ein Ausgestoßener. Interessant ist auch seine explizite Warnung vor einem Weg in die Knechtschaft – über 100 Jahre vor von Hayek.

Zum dritten Mal fand das Treffen nun in unserem neuen Stammlokal “Varadero” in der Gottschedstraße statt, wie immer hatten wir den Kellerraum (“Zigarrenclub”) reserviert. Der Raum erwies sich wieder einmal als ideal für unsere Treffen.

Es war ein interessanter, entspannter und sogar lehrreicher Abend.

Wir werden zur Kasse gebeten

Februar 7, 2011
Frank_Schaeffler

Die Mainpost veröffentlicht ein Interview mit Frank Schäffler:

FDP-Finanzexperte Frank Schäffler über die Euro-Krise – und die Linie seiner Partei

Für Alexander Bagus und Thomas Cieslik ist es ein besonderer Tag: Am Mittwochabend laden sie zur Gründungsveranstaltung der Würzburger Freiheitsfreunde ein – ein Forum für Liberale jenseits der Parteigrenzen. Und sie können einen prominenten Gastredner begrüßen: FDP-Finanzexperte Frank Schäffler machte zuletzt Schlagzeilen mit seiner Kritik am Euro-Rettungspakt. Wir sprachen mit ihm über seine Thesen – und seine Rolle in der Westerwelle-FDP.

Frage: Die größte Zukunftsangst der Deutschen ist laut Forsa die vor der anhaltenden Euro-Schuldenkrise. Steht uns ein neues Krisenjahr bevor?
Frank Schäffler: Wir haben zumindest ein Bewährungsjahr für den Euro. Die Schuldenkrise in Europa ist längst nicht überwunden, wir stehen hier erst am Anfang. Insofern ist 2011 ein Schicksalsjahr für den Euro, keine Frage.

Frage:Im Grunde versteht doch niemand mehr, worum es eigentlich geht: Staaten wie Griechenland oder Portugal, die schlecht gewirtschaftet haben, Banken, die für ihre Risiken nicht geradestehen können oder wollen – und sogenannte Finanzmärkte, die auf Teufel komm raus auf einen Zusammenbruch des Euro spekulieren. Und die Politik verstrickt sich in endlosen Debatten und scheint hilflos . . .
Schäffler: Na ja, das Problem ist schon sehr komplex. Die Verschuldung der Staaten hat sich ja nicht über Nacht aufgebaut, sondern über Jahrzehnte. Und jetzt kommt es eben zu harten Einschnitten. Man kann eben nur das Geld ausgeben, das man einnimmt. Aber das ist notwendig, um aus dieser Verschuldungslawine herauszukommen. Man kann auf alte Schulden nicht einfach immer neue Schulden häufen.

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Willkommen!

Februar 6, 2011

Die Freiheitsfreunde aus Leipzig und dem Umkreis von Leipzig treffen sich einmal im Monat zur Freistunde Leipzig.

Unser regelmäßiger Termin ist der 3. Dienstag im Monat um 19.00 Uhr.

Normalerweise treffen wir uns im Restaurant “Varadero”, Gottschedstr. 4, im Zigarrenclub. Änderungen werden den Abonnenten der Gruppe Freiheitsfreunde Leipzig per Mail bekanntgegeben.

Jedes Treffen beginnt mit einem kurzen Eingangsreferat zur Diskussion.

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